Die Jugendpsychologie ist ein zentraler Bestandteil der Ausbildereignung, um die Bedürfnisse und Verhaltensweisen von Auszubildenden besser zu verstehen.

1. Entwicklung im Jugendalter

Was ist Sozialisation?

Sozialisation ist der Prozess der Einordnung des (heranwachsenden) Individuums in die Gesellschaft und die damit verbundene Übernahme gesellschaftlich relevanter Einstellungs- und Verhaltensmuster. Im Gegensatz zur reinen Erziehung (gezielte Beeinflussung) umfasst Sozialisierung auch unbewusste und indirekte Einflüsse der Umwelt.

Pädagogische Strömungen

Entwicklungsaufgaben (nach Havighurst / Dreher & Dreher)

Jugendliche müssen in dieser Phase spezifische Aufgaben bewältigen:

  1. Aufbau neuer und reiferer Beziehungen zu Altersgenossen beiderlei Geschlechts.
  2. Übernahme der männlichen oder weiblichen Geschlechtsrolle.
  3. Akzeptanz der eigenen körperlichen Erscheinung.
  4. Emotionale Unabhängigkeit von Eltern und anderen Erwachsenen.
  5. Vorbereitung auf das Berufsleben.

Wann ist man nach Havighurst erwachsen? Wenn man eine stabile Identität, finanzielle Unabhängigkeit und die Fähigkeit zur Gründung einer eigenen Familie erreicht hat.

2. Die Gruppe

Definition und Merkmale

Eine Gruppe zeichnet sich durch eine überschaubare Anzahl von Personen aus, die über einen längeren Zeitraum in Interaktion stehen, gemeinsame Ziele verfolgen und eine Wir-Gefühl (Kohäsion) entwickeln.

Gruppenprozesse und Rollen

Typische Phasen der Gruppenbildung sind:

  1. Forming (Anstoßphase): Kennenlernen, Unsicherheit.
  2. Storming (Konfliktphase): Machtkämpfe, Rollenklärung.
  3. Norming (Regelungsphase): Festlegung von Normen.
  4. Performing (Leistungsphase): Effektive Zusammenarbeit.

Typische Gruppenrollen:

Formelle vs. Informelle Gruppen

Die Peer-Group

Die Peer-Group (Gleichaltrigengruppe) fungiert im Jugendalter als wichtiger Orientierungsrahmen, der bei der Loslösung vom Elternhaus hilft und sozialen Rückhalt bietet.

3. Idole und Vorbilder